Sankt Peter-Ording ..... einzigartig, vielseitig und entschleunigend

 

Die Reaktionen auf den Namen "Sankt Peter-Ording" fallen in der Regel auf dreierlei Art aus:

1. "Ohhhh....(leuchtende Augen).....da ist es sooooo schön!"

2. "Aha....(skeptischer Blick)....also, mir hat es da ja üüüberhaupt nicht gefallen."

3. "Ähhh...(fragendes Gesicht)....ist das in Österreich?"

 

Und es ist tatsächlich so: Entweder man liebt SPO, wie Kenner es nennen, oder man hasst es. Ich liebe es vom ersten Urlaub an. Obwohl wir überhaupt keinen guten Start miteinander hatten: Beim ersten Versuch sind wir ein paar Kilometer vorm Ziel mit unserem alten Bulli T3 (Gott hab`ihn selig...) liegengeblieben und konnten auf diese Weise gezwungenermaßen Bekanntschaft mit dem Campingplatz in Dägeling machen (Nie gehört? Ich auch nicht.). Beim zweiten Versuch sind wir dann zwar angekommen....aber hatten das Wetter nicht auf unserer Seite. 5 Tage fast nur Regen haben uns jedoch nicht davon abgehalten, eine Menge zu unternehmen und um mich war es sowieso spätestens geschehen, sobald ich diesen unglaublichen Strand gesehen habe. Warum? Wie die Überschrift schon sagt, ist SPO absolut einzigartig. Dazu aber sehr vielseitig. Und vor allem entschleunigend. Und deshalb komme ich immer wieder her. Gerne auch mehrmals pro Jahr. Ich träume sogar davon, irgendwann später für immer dort zu wohnen - dumm nur, dass die Immobilienpreise in SPO mittlerweile Sylt-Charakter haben.

 

SPO besteht eigentlich aus vier kleinen Ortschaften: Böhl, Dorf, Bad und Ording:

In Böhl gibt es die meisten Campingplätze, die sehr perfekt direkt in der Nähe der Dünen liegen. Wir sind - wie schon erwähnt - selber Camper und seit Jahren dem kleinen aber feinen Platz Silbermöwe treu. Hunde sind hier übrigens sehr willkommen, was ein Grund mehr für uns ist, der Silbermöwe die Treue zu halten, denn selbstverständlich verreisen wir nie ohne unsere beiden Fellnasen. Geht man nun also aus der Hintertür des Campingplatzes, steht man direkt in den Dünen und ein paar Meter weiter auf dem Dünenkamm erschliesst sich einem dann dieser einzigartige Blick über die Salzwiesen, die direkt an den unglaublichen Strand grenzen. SPO wird nicht umsonst als "die größte Sandkiste der Welt" bezeichnet, denn wo sonst gibt es einen Strand, der 12 Kilometer lang und 4 Kilometer breit ist? In Böhl ist der Strand übrigens besonders flächendeckend. Man hat zwei Möglichkeiten, dorthin zu kommen:

Mit dem Auto kann man die Strandüberfahrt nutzen und dann direkt auf dem Strand bei der Seekiste, einem der berühmten Stelzenhäuser, parken. Die Überfahrt kostet von etwa 08:00 h bis etwa 22:30 h 6,- Euro. Man kann dann den ganzen Tag dort bleiben, auch mit dem Wohnmobil oder mit dem Caravan. Übernachten ist jedoch verboten.

Die zweite Möglichkeit ist der schmale Fußweg durch die Salzwiesen. Diese stehen unter Naturschutz, insofern sollte man den Weg auch nicht verlassen. Wichtig zu erwähnen wäre noch, dass man hier quasi über eine riesige Kuhweide läuft, die friedlichen Rindviecher auch gerne mal im Weg stehen und sich nicht groß drum scheren, wohin sie ihr Häufchen machen. Wenn es geregnet hat, steht der Weg häufig zumindest teilweise unter Wasser. Also packt entweder Gummistiefel ein, oder geht halt barfuss zum Strand.

Wenn Ihr Euch dann bei der Seekiste links Richtung Süden haltet, seid Ihr nach kurzer Zeit allein im Watt. Denn auch wenn es hier voll ist, ist es trotzdem immer leer.

Bei Ebbe hat man gut und gerne etwa 2 Kilometer zu laufen, bis man das Wasser erreicht. Baden lohnt sich in dieser Ecke von SPO also nicht, denn auch wenn man im Wasser ist, dauert es noch endlos, bis es einem zum Hals steht. Die Nordsee ist an dieser Stelle extrem flach und eignet sich daher umso mehr zum Wattwandern.

Eine Grundregel sollte man hier allerdings nie außer Acht lassen: IMMER darauf achten, dass man die Orientierung nicht verliert! Wenn man draußen im Watt ist, plötzlich Nebel aufkommt, die Flut `reinkommt und man die Pfahlbauten am Strand nicht mehr sehen kann, kann das lebensgefährlich werden! Sowas ist uns übrigens tatsächlich schon passiert und ich kann Euch versichern, dass es keinen Spaß macht.

 

 

 

In Dorf ist das Touristenaufkommen schon sehr hoch, trotzdem hat sich diese Ecke von SPO ihren dörflichen Charme bewahrt. Es gibt viele Souvenir-Geschäfte, Restaurants, Cafés und Läden, die ortstypische Ware verkaufen. Vor allem aber gibt es hier die hübschesten Reetdachhäuschen, so dass die Einkaufsstraße von Dorf sehr pittoresk und heimelig wirkt.

Absolute Empfehlungen kann ich hier für das Restaurant "Friesenkate" (die grünen Heringe sind ein Gedicht) und das Café/Restaurant "Am Kamin" (draußen in der Sonne gemütlich im Strandkorb bei einem leckeren Eiskaffee das Leben um einen herum beobachten - herrlich!) aussprechen. Während der Sommersaison findet jeden Donnerstag ein Straßenfest in Dorf statt, bei dem sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt.

Natürlich hat auch Dorf seinen Strandabschnitt und sein Stelzenhaus. Hier ist der Strand feinsandiger und nicht so breit wie in Böhl und lädt daher zum Baden ein. Man kann Strandkörbe mieten und von dort aus den Kite-Surfern zusehen. Oder einfach die Luft, die Sonne, den Wind und das Meer geniessen.

 

 

 

Bad ist der Teil von SPO, der mir persönlich am wenigsten zusagt. Hier tobt wirklich das Touristenleben, denn hier befinden sich die ganzen Kurkliniken, die Dünen-Therme, die - sorry - Fressbuden, die große Seebrücke und und und. In dieser Ecke hat SPO seinen Charme leider verloren, obwohl ein Spaziergang über die Seebrücke, die durch die Dünen und über den weißen Puderzuckersandstrand zum Stelzenhaus "Arche Noah" führt, durchaus lohnenswert ist.

Weniger lohnenswert sind hier ein Besuch bei "Gosch" (ja, das berühmte Sylter Fischbrötchen hat eine Filiale direkt an der Seebrücke), da die Portionen lächerlich klein und völlig überteuert sind, und ein Gang zum Aussichtspunkt "Maleens Knoll", der ziemlich unschön auf der höchsten Düne von SPO steht und von dem aus man trotzdem fast nur Bäume sieht.

Eine Besonderheit, die eigentlich überall in SPO zu finden ist, sei noch kurz erwähnt: Es gibt hier tatsächlich sehr viel Wald. Und dieser Wald geht vielerorts direkt in Dünenlandschaft über. Perfekt also, wenn man an einem heißen Sommertag ein wenig Schatten sucht.

 

 

 

Schließlich landen wir nun in Ording, dem nördlichsten Teil von SPO. Hier befindet sich das Sport-Eldorado. Genau wie in Böhl gibt es auch hier eine Zufahrt zum Strand, der in einzelne Abschnitte aufgeteilt ist. Eine Landzunge ist den Kite-Buggys vorbehalten, um das Wassersportzentrum "H2O" herum haben die Kite-Surfer ihre Ecke, beim Stelzenhaus "Strandbar 54 Grad Nord" befindet sich die Badestelle samt Strandkorbverleih und diversen Kinderspielplätzen. Etwas weiter nördlich befindet sich noch ein FKK-Bereich. Der Strand ist hier nicht allzu breit und sehr feinsandig.

Direkt hinter den Dünen befinden sich in langer Reihe Ferienhaus neben Ferienwohnung neben Hotel. Bettenburgen à la Mallorca sucht man hier jedoch zum Glück vergebens, alles passt sehr stimmig ins Gesamtbild. Ein Gebäude sticht dennoch sehr heraus: Das Ording Beach Motel befindet sich auf Höhe der Strandzufahrt und wurde im Stil der amerikanischen Hamptons gebaut. Sehr ansprechend sieht es aus, wie es da hinter den Dünen hervorlugt und wie ich gehört habe, sind Übernachtungen dort sehr zu empfehlen.

Ich persönlich kann Euch das "dii:ke", das moteleigene Restaurant ans Herz legen. Hier sitzt man urgemütlich und kann auf der Karte zwischen vielen verschiedenen Leckereien zu sehr moderaten Preisen wählen.

 

 

 

Euch hat mein kleiner SPO-Exkurs gefallen? Ihr habt weitere Tipps, Anregungen oder Kritik? Dann schreibt mir das gerne in den Kommentaren! Ich freue mich!

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