Mein Lesemonat Februar 2017

Während mein Lesejahr 2017 im Januar mit einer regelrechten Leseflaute startete, nahm die mir gutbekannte Büchersucht im Februar schon wieder reichlich Fahrt auf und bescherte mir sechs doch recht unterschiedliche Bücher. Es gab ein Highlight und einen totalen Flop, zwei Thriller, einen Krimi, einen historischen Roman, einen Episodenroman und einen, den ich eher dem Genre Chick Lit als dem Genre Gegenwartsliteratur zuordnen würde. Die kompletten Rezensionen gibt`s wie immer auf meinem Buchblog Literaturchaos bzw. hier verlinkt bei der jeweiligen Kurzvorstellung der Bücher:

 

 

Februar 2017

Brandstifter von Martin Krist hat mir - wie nicht anders zu erwarten war - einige sehr spannende und nur-noch-eben-schnell-das-nächste-Kapitel-lesen-dann-mache-ich-das-Licht-aus - Stunden bereitet. Denn dieser Autor ist ein Garant für Erzählkunst auf mehreren Ebenen, für Handlungsstränge, die scheinbar erstmal gar nicht zusammenpassen, für fiese Cliffhanger, die den Leser geradezu dazu zwingen, das nächste Kapitel auch noch zu lesen und für kurze Kapitel, die stakkatoartig und zum Ende immer schneller auf einen herabprasseln. Brandstifter ist da keine Ausnahme von der Regel, bewegt sich zwischen Drogenmilieu und Russenmafia, zwischen Armut und Reichtum, zwischen Kampf und Resignation und bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung mit auf den Weg.

 

 

 

Das Lied der Störche von Ulrike Renk war mein persönliches Monatshighlight. Dieser historische Roman, der teilweise auf wahren Begebenheiten beruht und zu dem es noch einen weiteren Teil geben wird, spielt um 1920 auf einem Gut in Ostpreußen. Auf gut 500 Seiten wird eine spannende Lebens- und Familiengeschichte erzählt, das Gutsleben beschrieben, die täglich anfallenden Arbeiten, die Erziehung der Kinder, die Gesellschaften und Feste mit den weit entfernten Nachbarn - also quasi ein Stück heile Welt. Doch der Schein trügt: Der erste Weltkrieg ist noch allgegenwärtig, da gibt die politische Situation schon wieder Anlass zur Sorge.

Hauptfigur ist jedoch die junge Frederike, deren Leben der Leser von der Kindheit bis zur Hochzeit verfolgt. Bis zu einer Hochzeit, bei der ihre Mutter sie ins offene Messer laufen lässt, denn auch 1920 in Ostpreußen, in diesem weit abgeschiedenen Naturparadies, ging es nur um zwei Sachen: Geld und Macht. Ein großartiger Roman!!!

 

 

 

Truggestalten von Rudolph Herzog ist ein Episodenroman, mit dem der Autor das Genre der Schauergeschichten wieder aufleben lässt. Der Schauplatz ist jedoch nicht (wie häufig in diesem Genre) das viktorianische England, sondern das heutige Berlin. Nun wissen wir ja alle, dass Berlin auf eine Geschichte zurückblickt, die oft grausam und furchtbar war. Diese Tatsache hat sich der Autor zunutze gemacht und lässt die Geister der Vergangenheit, die Geister verstorbener Berliner wieder auferstehen. Normalen Leuten wie Du und ich erscheint in diesen Geschichten Unerklärliches, Beängstigendes, Gruseliges.

Während ich die ersten beiden von insgesamt sieben Geschichten noch mit Begeisterung gelesen habe, flachte das Buch mit der dritten Geschichte leider schon sehr ab und dümpelte dann auch nur noch vor sich hin. Besser wurde es bis zum Schluß nicht mehr, daher kann ich für dieses Buch auch keine Empfehlung aussprechen.

 

 

 

Zu Retour von Alexander Oetker kann ich Euch leider noch keine Rezension verlinken, da das Buch noch nicht erschienen ist. Aber ich gebe Euch einen kleinen Tipp: Schaut einfach nächste Woche mal auf meinem Buchblog vorbei - da findet Ihr dann nämlich nicht nur die Rezension, sondern könnt auch noch ein Exemplar von Retour gewinnen.

Kurz sei noch zu dem Buch gesagt, dass ich hier einen neuen Autoren für mich entdeckt habe, der den ersten Fall des Ermittlers und Frauenhelds Luc Verlain so bildlich beschreibt, dass ich am liebsten sofort zum Urlaub in Aquitanien aufbrechen würde. Der eine so konstante Spannung in dem Buch hält, dass ich es fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Der einem die Charaktere und die Landschaft durch seinen Schreibstil so nahebringt, dass ich mich schon jetzt auf den nächsten Teil über Luc Verlain freue. Große Empfehlung!

 

 

 

Die Bücherei am Ende der Welt von Felicity H. McCoy war mein persönlicher Flop des Monats und hat mich zu einer neuen Rubrik auf Literaturchaos animiert: In "KURZ GESAGT" stelle ich ab sofort kurz und knapp jene Bücher vor, die ich nicht zuende gelesen habe, die ich zwischendurch aufgegeben habe, weil sie mir schlicht und einfach überhaupt nicht gefielen. Ich hoffe sehr, dass diese Rubrik eher leer bleibt - aber es gibt sie eben doch, diese Bücher zu denen man partout keinen Zugang findet.

Die Bücherei am Ende der Welt hat überhaupt nicht meinen Erwartungen entsprochen, die aufgrund des Titels und des Klappentextes von einem Buch über Bücher ausgingen. Was ich bekam war jedoch weit von Büchern entfernt und trat auf in Gestalt einer frustrierten 51jährigen Bibliothekarin, die ihre Kunden nicht leiden kann und unter der Fuchtel ihrer Mutter steht. Das Ganze in einem teils verworrenen und meist langweiligen Schreibstil. Bis Seite 220 wurden zwei oder drei Bücher erwähnt...und auf dieser Seite habe ich auch die Hoffnung aufgegeben, dass es noch besser wird und mit dem Lesen aufgehört. Zu diesem Buch gibt es von mir keine Leseempfehlung.

 

 

 

Sie weiß von dir von Sarah Pinborough lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Denn die Autorin kann schreiben, kann Spannung aufbauen und den Leser an den Seiten festkleben lassen. Eine absolut klischeehafte Dreiecksbeziehung erzählt sie in diesem Thriller sehr spannend aus verschiedenen Perspektiven. Mein Problem bei diesem Buch ist allerdings, dass sie ein mir bis dato unbekanntes aber extrem spannendes Thema zu sehr ausreizt. Dass sie dieses Thema so sehr weiterspinnt, dass es in einem an den Haaren herbeigezogenen Hokuspokus endet. Ein Thriller muss für mich ein Buch sein, das eine reale Handlung hat. Fantastische Elemente sind da völlig fehl am Platz. Und genau damit hat die Autorin mir das letzte Drittel und vor allem das Ende des Buches versaut. Hier gibt es von mir nur eine eingeschränkte Leseempfehlung.

 

 

 

Was habt Ihr im Februar gelesen?

Was hat Euch begeistert?

Was hat Euch enttäuscht?

 

 

 

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