Campingplätze 2016: Meine persönlichen Top 3.....und der größte Flop

Der Campingplatz an sich sah vor einigen Jahren noch so aus: Wiese. Stromanschluss. Rezeption. Sanitärgebäude. Fertig. - Kein Schnickschnack und alle waren trotzdem glücklich, denn genauso wollte man es ja: Auf das Minimalste reduziert Zeit in der Natur verbringen.

 

Heutzutage können es nicht wenige Campingplätze durchaus schon mit einem 4-Sterne-Ferienclub aufnehmen. Diverse Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, Schwimmbad, Wellnessbereich und Animation sind vorhanden und der Urlauber bringt nur sein "Hotelzimmer" selbst mit.

 

Ich persönlich mag es ruhig um mich herum, habe aber natürlich auch gegen einen gewissen Luxus überhaupt nichts einzuwenden.


Im Jahr 2016 war ich zusammen mit dem Göttergatten und den Hunden auf 11 verschiedenen Campingplätzen. Von "Nee, echt nicht!" über "Naja." und "Sehr schön!" bis "Hier will ich wohnen!" war alles dabei.

Und hier kommen nun meine persönlichen Top 3. ....und der Campingplatz, der mir am wenigsten gefallen hat:

 

 

Platz 3

Wir waren schon oft dort und es ist jedesmal wie ein kleines Stückchen Heimat: Der Campingplatz Silbermöwe in Sankt Peter-Ording. Hier hat man das Gefühl, dass die Uhren langsamer ticken, was zur Folge hat, dass man runterkommt und entspannt. Der Platz ist eher klein und überschaubar, die einzelnen Parzellen auf gepflegtem Rasen sind trotzdem groß genug, so dass man während der Hauptsaison nicht das Gefühl bekommt, Hintern an Hintern zu stehen.
Die Rezeption und die Sanitärgebäude sind zu jeder Zeit blitzeblank, der Haushaltsraum ebenso. Denn hier hat ein Putzteufel das Kommando und nimmt seine Aufgabe sehr ernst.

Der Campingplatz liegt im Ortsteil Böhl im Süden von Sankt Peter und die Einkaufsmöglichkeiten halten sich sehr in Grenzen. Etwa 300 Meter entfernt ist jedoch eine Bäckerei und auf dem Campingplatz nebenan gibt es einen kleinen Supermarkt, der auch gerne an die Urlauber der Konkurrenz verkauft.
Der Betreiber der Silbermöwe bewohnt während der Saison einen Wohnwagen auf dem Platz und ist somit permanent erreichbar.
Als Extras gibt es hier kostenloses WLAN, ein Solarium, ein Kneippbecken und eine Hundedusche, denn Hunde sind sehr gern gesehene Gäste.
Am schönsten ist jedoch die Lage der Silbermöwe, denn wenn man durch die Hintertür herausgeht ist man nach wenigen Metern schon in den Dünen. Hat man hier wiederum den höchsten Punkt erklommen, kann man gar nicht anders, als erstmal zu staunen. Denn der Blick auf die Salzwiesen und den endlosen Sandstrand ist immer wieder beeindruckend. Ein Pfad führt durch die Salzwiesen direkt zum Strand und zu einem der berühmten Stelzenhäusern, in denen man herrlich in der Sonne sitzen und kulinarische Köstlichkeiten geniessen kann.
Mehr über den Ort erfahrt Ihr in meinem Beitrag über Sankt Peter-Ording. ....und einen Beitrag über Ausflugsziele in der näheren Umgebung gibt es natürlich auch noch.

 

 

Platz 2

Schweden und das restliche Skandinavien sind ein Eldorado für Camper und hier gibt es einige der schönsten Campingplätze überhaupt. Auf unserer Hochzeitsreise hoch zum Nordkap haben wir 2012 eine Nacht auf dem Campingplatz Lysingsbadet in Västervik gestanden und uns geschworen, eines Tages wiederzukommen. "Eines Tages" war nun diesen Sommer, in dem wir vier Tage hier verbrachten und nur noch staunen konnten, was uns alles beim letzten Aufenthalt gar nicht aufgefallen war.
Der Hauptgrund dafür, warum wir unbedingt hierher zurückwollten, ist die Lage des Platzes. Direkt an der Ostsee, und nicht nur das! Vor dem Campingplatz befindet sich eine wunderschöne kleine Schärenlandschaft. Inselchen an Inselchen, miteinander durch Brücken verbunden, laden zum (sonnen)baden und verweilen ein. Hier sind wir jeden Morgen mit den Hunden spazierengegangen, denn selbstverständlich sind auch Vierbeiner auf dem Platz sehr gerne gesehen.

Was uns auf der Hochzeitsreise gar nicht aufgefallen ist: Lysingsbadet ist der größte Campingplatz Schwedens, allerdings zu sehr moderaten Preisen. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt, denn von modernen und sauberen Sanitärgebäuden, Industriespülmaschinen, diversen Kochgelegenheiten, Waschmaschinen und Trocknern zur Gratisnutzung über ein riesengroßes Spaßbad mit Wellnessbereich, mehreren Spielplätzen, Supermärkten, Restaurants, Yachtanlegern, Sportzubehörverleih und Spielfeldern für Mannschaftssport, gibt es auch Hütten, die man mieten kann und große Veranstaltungshallen. Und selbstverständlich freies WLAN.
Nun könnte man meinen, dass hier ein ziemlicher Krach herrscht. Mitnichten! Der Platz ist so groß, dass man wirklich seine Ruhe hat. Wie groß genau er ist, konnten wir feststellen, als wir an einem Tag die abendliche Gassirunde nahe an den Außengrenzen des Geländes laufen wollten. Knapp zwei Stunden später waren wir wieder an unserem Wohnwagen...
Und obwohl ich eigentlich gar nicht auf solche Mega-Resorts stehe, würde ich jederzeit wieder hier campen.

 

 

Platz 1

Der definitiv allerschönste Campingplatz im Jahr 2016 befindet sich ebenfalls in Schweden: Wenn Ihr mal am Asnen See in Smaland seid und nicht wisst, wo Ihr campen sollt, fragt Euch auf jeden Fall durch bis Getnö Gard! Hier liegt der Naturcampingplatz Lake Asnen Resort inmitten einer wunderschönen Seenlandschaft und hat alles, was das Herz begehrt. Dummerweise ist der Platz nicht gut ausgeschildert und das Navi hat auch einige Schwierigkeiten, aber glaubt mir, die Mühe lohnt sich!
Man campt hier quasi im Wald, direkt am See, der dank seines sauberen Wassers sowohl bei Schwimmern als auch bei Anglern beliebt ist. Die Sanitärgebäude integrieren sich so gut in die Landschaft, dass man immer das Gefühl hat, man würde wirklich in der freien Natur stehen.

Am Rezeptionsgebäude gibt es ein kleines Geschäft, ein Café/Restaurant/Bäckerei/Bar und sogar freies WLAN.
Man ist hier weit ab vom Schuss, aber gerade das macht diesen Ort auch so reizvoll, denn um einen herum ist nichts als Natur.
Man kann zwischen Stellplätzen im Wald, auf der Wiese oder direkt am Wasser wählen. Die Entscheidung ist jedoch nicht einfach, da es einfach an jedem Platz toll aussieht. Und wenn dann abends überall die Lagerfeuer brennen (der Betreiber stellt Feuerkörbe zur Verfügung)....hach, dann möchte man gar nicht mehr weg. - Mein Highlight 2016!

 

 

Der Flop 2016

Über Ostern waren wir ein paar Tage hier und es war nicht absolut indiskutabel, aber ich werde diesen Platz definitiv nicht nochmal aufsuchen. Camping im Yachthafen von Lauenförde hört sich spektakulär an, ist es aber in diesem Fall ganz und gar nicht. Die Yachten sind modernde, kleine Boote und das Hafenbecken eine brackige Plörre. Immerhin liegt der Platz direkt an der Weser. Man kann von dort aus schöne Spaziergänge machen, ein großer Supermarkt ist etwa 2 km entfernt und der Übernachtungspreis von 12,- € für zwei Erwachsene, zwei Hunde + Strom ist auch unschlagbar.
Aber... zum Campingplatz gehört eine Kneipe, in deren Vorraum es schon riecht, als ob seit den 70ern nicht mehr gelüftet wurde: Zigarette, Essensgerüche, nasse Klamotten und Alkohol. Dankeschön, da muss ich die Kneipe gar nicht erst betreten. Ungünstig, dass die sanitären Einrichtungen vom Kneipenvorraum nur durch einen Vorhang getrennt sind und zwar Türen und Wände haben, welche aber weder am Boden noch an der Decke abschließen. Dass der Vorhang dem Duftpotpourri aus der Kneipe nichts entgegenzusetzen hat, könnt Ihr Euch denken. Duschen kostet 50 Cent, das Wasser läuft dafür aber recht lange.
Der Spülraum ist von den Herrentoiletten nur durch eine dünne Wand, die nach oben offen ist, getrennt, insofern hört man beim Spülen wirklich ALLES, was dort vor sich geht. Und glaubt mir: Das möchte man nicht!!!
Dummerweise hatte es an den Tagen vor unserem Campingtrip geregnet und so standen wir nun auf einer Wiese, die, je mehr Bewegung darauf stattfand, immer matschiger wurde. Am Ende mussten wir eine Plane vor unser Vorzelt legen, da wir sonst knöcheltief durch den Schlamm gewatet wären. Auch der kürzeste Weg zu den sanitären Einrichtungen war leider schlammig, rutschig und unbeleuchtet. - Für mich war dies mit Abstand der schlechteste Campingplatz 2016.

 

 

...und nun bin ich gespannt, was 2017 bringen wird!

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