Bispingen - Spaß & Action in der Lüneburger Heide

(Hinweis: Kooperation) Mitte Mai 2017 habe ich bei einem Bloggerevent in der Lüneburger Heide, organisiert von Bispingen Touristik e. V., einige neue Erkenntnisse dazugewonnen. Okay, dass die Heide eine wunderschöne und vielseitige Natur zu bieten hat, wusste ich schon vorher - dass man in Bispingen allerdings auch das ganze Jahr über Ski fahren kann, dass es dort einen Ort gibt, an dem man die alltäglichen Dinge aus einer ganz anderen Perspektive betrachten kann, dass man bei Wind und Wetter im südseeartigen Badeparadies entspannen kann, dass man in der Heide mal alle Geschwindigkeitsbeschränkungen außer Acht lassen kann und dass es da diesen einzigartigen Ort gibt, bei dem man aus dem Staunen überhaupt nicht mehr herauskommt, tja.....das war mir zumindest teilweise neu.

 

Was ich damit sagen will: Die Lüneburger Heide ist nicht "nur" Natur, denn sie hat schon allein in Bispingen auch für diejenigen, die im Urlaub Spaß und Action wollen, eine Menge zu bieten:

 

 

HEIDEKASTELL ISERHATSCHE

Ehrlich gesagt weiß ich bis heute, knapp einem Monat nach meinem Besuch, immer noch nicht, was ich vom Heidekastell Iserhatsche halten soll. Mit Worten lässt sich kaum ausdrücken, was den Besucher hier erwartet, und so trat auch unsere Bloggertruppe nichtsahnend in diese selbsterschaffene Fantasiewelt ein und kam staunend und mit einem hektisch blinkenden "INPUT OVERLOAD" im Gehirn wieder heraus.

Schon im Vorgarten der Iserhatsche - was übrigens "Eisernes Herz" bedeutet - wird schnell klar, dass der Besitzer Uwe Schulze-Ebschbach eine starke Affinität zur Handwerkskunst hat. Und eine noch stärkere zu Kitsch und Kuriositäten. Hufeisen, wohin man sieht, kunstvoll zu Türmen zusammengeschweißt, durch die nonstop eine Modelleisenbahn fährt, zu Zäunen oder zu Paketen wie auf dem Foto oben zu sehen.

Während wir alle schon die ersten Fotos schiessen, kommt ein Wagen vorgefahren und Herr Schulze-Ebschbach, seines Zeichens Besitzer und Bewohner der Iserhatsche, Rentner, ehemaliger Malermeister aus Berlin und mit einer ebensolchen Schnauze ausgerüstet, zudem ein wenig selbstverliebt und ganz klar völlig durchgeknallt, steigt aus, um uns die folgenden zwei Stunden durch sein Anwesen zu führen und uns ein Superlativ nach dem nächsten zu präsentieren.

 

Die Führung beginnt in den Wohnräumen der Familie, und glaubt mir, HIERVON hätte ich Euch gerne Bilder gezeigt, nur leider war das Fotografieren verboten. Daher fasse ich mich kurz: Mein ganz persönlicher Einrichtung-Alptraum - hier ist er.

Voll und dunkel und protzig und glitzernd, das wäre die grobe Beschreibung. Durch ein Wohnzimmer im Stil um die Zeit von 1900, in dem die Gemälde sogar an den Rückenlehnen der Stühle hängen, weil sonst nirgendwo mehr Platz ist, vorbei an etlichen Familienfotos und einem massiven Fernsehschrank "damit die Olle RTL Explosiv gucken kann" (Die Olle ist in diesem Fall die Gattin des Besitzers.), geht es durch ein Biedermeier-Esszimmer, das ursprünglich der Familie Reemtsma gehörte, durch einen Partyraum voller Gemäldekopien von Arcimboldo ("Ich habe 16 Theken, aber soviel kann ich ja gar nicht saufen.") in ein weiteres Esszimmer, in dem man sich im Schloß Sanssoucci wähnt. Voll eingedeckt ist der Esstisch, das Porzellan kostet vermutlich mehr als ich im Jahr verdiene, von den riesigen Kronleuchtern aus Murano-Glas ganz zu schweigen. Und als ob die kunstvollen Gemälde und das Blattgold an den Wänden nicht reichen würden, steht draußen vor einem der Fenster auch noch einer von mehreren eisernen Bäumen, der nicht nur reich verziert sondern auch noch musikalisch ist - wenn der Hausherr die im Esstisch versteckte Tastatur betätigt.

Durch ein dunkles Treppenhaus voller ausgestopfter Tiere, Geweihe und mehreren Tausend im Boden eingelassener Münzen (deutsche Währung von 1948-2001 und sämtliche Euro-Starter-Sets) geht es dann in den Garten. Wir sehen grüne Büsche und Pflanzen und denken, unsere Augen können sich jetzt erholen. Falsch gedacht....

...obwohl ich wirklich anmerken muss, dass der Garten im Gegensatz zum Rest des Anwesens sehr schlicht gehalten ist. Putten, Hecken, Sinnsprüche wohin man sieht (eine ganz besondere Leidenschaft des Besitzers), Eisenskulpturen, Pavillons, Glasdeko, eine Aussichtsplatform - das war`s eigentlich auch schon.

 

Weiter hinten auf dem Anwesen geht`s dann allerdings wieder rund: Ihr wolltet immer schon mal jemanden kennenlernen, der einen selbstgebauten "Burgberg" samt Vulkan im Garten hat? Oder jemanden, der Frösche so sehr mag, dass er eine Sammlung von 50.000 dieser Tiere in allen erdenklichen Variationen mit permanent quakender Beschallung ausstellt? Oder jemanden, der eine riesengroße, aus Holz geschnitzte Arche Noah samt dazugehöriger Tierpaare sein Eigen nennt? - Dann solltet Ihr einen Besuch in der Iserhatsche einplanen!

Selbstverständlich war das aber noch nicht Alles! Nein, auf diesem Anwesen kann man diverse Räume zum Feiern mieten und sogar heiraten. Zudem werden auf der Iserhatsche zur Zeit sechs Guiness Weltrekorde gehalten, denn Herr Schulze-Ebschbach sammelt gerne. Ob nun 24.500 Bierflaschen aus 190 verschiedenen Ländern, 12.000 Flaschenöffner, 15 Millionen Bierdeckel, Gießkannen, Kameras, Streichholzschachteln, Ü-Eier-Figuren, usw. - All das und noch viel mehr ist hier zu bewundern.

An diesem Ort gibt es definitiv viel zu sehen und man kommt ganz sicher aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mir persönlich ist das Ganze jedoch viel zu überladen, denn irgendwann ist im Gehirn nunmal Aufnahmestopp und man lässt das, was danach kommt, nur noch an sich vorbeirauschen. Eine interessante Erfahrung war es aber allemal und ja, ich denke, man sollte die Iserhatsche mal gesehen haben.

 

 

 

 

CENTER PARCS BISPINGER HEIDE

Thomas Griemsmann, der Leiter des Center Parcs Bispinger Heide, kennt vermutlich die Iserhatsche, denn er beginnt unsere Führung bewusst an obigem See, damit wir alle visuell erstmal herunterkommen können. Und glaubt mir, nach der Iserhatsche ist das auch wirklich nötig und der See die reinste Wohltat für die Augen.

Die Bewohner von Bispingen waren einst nicht besonders begeistert, dass ein derart großes Ferien-Resort in ihrer Region gebaut werden sollte. Mittlerweile denken sie aber wohl anders darüber, denn der Center Parc lockt viele Touristen in die Heide.

Obwohl....wenn man es genau bedenkt, könnte man hier bestimmt zwei Wochen Urlaub machen, ohne das Gelände auch nur einmal zu verlassen, denn es wird einfach so extrem viel geboten.

 

NATUR ist mit Sicherheit ein ganz großes Thema, denn obwohl der See künstlich angelegt ist und sich viele der Aktivitäten in Gebäuden abspielen, ist man überall von jeder Menge Pflanzen umgeben. Die Miethütten stehen in Wäldern, die Miet-Hausboote seht Ihr oben auf dem Foto. Würde man den Center Parc aus der Vogelperspektive betrachten, würde man eine grüne Oase sehen. Der große Vorteil ist dazu, dass sich diese Oase unter den Dächern der Gebäude fortsetzt und man somit hier auch im tiefsten Winter oder bei Schmuddelwetter einen Urlaub in der "Südsee" machen kann.

Denn wenn man die Gebäude des Center Parcs betritt, ist man in einer anderen Welt. In einer hellen und warmen Welt, in der man unter tropischen Pflanzen umhergeht, in der man Wasserläufe überquert und in der Papageien und Flamingos leben.

Hier wurde mit viel Liebe zum Detail dekoriert und so fügen sich die zahllosen Restaurants und Shops nahtlos in das "Tropenkonzept" ein. Die Hauptattraktion ist aber ganz klar das große Erlebnisbad, in das ich mich bei der Führung wahnsinnig gerne stürzen würde. Leider können wir es nur durch die Scheiben diverser Sitzgelegenheiten aus bestaunen, mir wird aber gesagt, dass es dem "Tropical Island" bei Berlin schon recht nahe kommt.

Wer nicht ins Wasser mag, der kann sich auch auf vielfältige andere Weise im Center Parc beschäftigen, denn es gibt für Kinder jeder Altersstufe eine riesengroße Halle mit diversen Spielgeräten, einen Computerspiele-Raum, eine Kletterwand und natürlich diverse Aktivitäten unter freiem Himmel. Langweilig wird es einem hier bestimmt nie und ehrlich gesagt juckt es mir schon sehr in den Fingern, hier mal ein Wochenende im tropischen Ambiente zu verbringen.

 

 

 

SNOW DOME BISPINGEN

Eben noch in den Tropen - 10 Minuten später schon im verschneiten Bayern: Bispingen macht`s möglich! Und nicht nur das, denn Bispingen macht`s bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit möglich.

Der Snow Dome Bispingen gehört zur Münchner Hofbräu-Gruppe, daher wird man im Inneren dieses riesengroßen und hochmodernen Gebäudes auch äußerst bayerisch empfangen. Murmeltier und Gams grüßen vom künstlichen Felsen und der Gastronomiebereich erstrahlt gemütlich in warmen Holztönen mit blau-weißer Deko.

Das Erste, was mir auffällt, als uns Ulrike Prigge vom Snow Dome durch selbigen führt, ist, dass hier alles sehr offen und weitläufig ist. Und das, obwohl das Gebäude von außen zwar riesig aussieht, aber sehr geduckt wirkt.

Natürlich ist der Snow Dome in erster Linie eine Indoor-Skihalle, im Laufe der Jahre ist allerdings immer mal etwas verändert worden und einiges dazu gekommen. Da Skisportler gerne feiern, wie wohl allgemein bekannt ist, gibt es hier neben diversen Gastronomiebereichen auch noch Räume, die man für seine Privatparty anmieten kann, darunter eine echte Bayerische Almhütte, die dort abgebaut und hier wieder aufgebaut wurde und aus deren Fenstern man einen guten Blick auf die Skifahrer hat.

Als uns Frau Prigge auf die Aussichtsterrasse der Skihalle führt, vergeht uns erstmal das Lachen, denn auf diese Kälte ist komischerweise niemand vorbereitet. Anscheinend sind wir alle keine Skihasen, und so machen wir schlotternd ein paar Bilder, posten bei Instagram ein #verfluchtnochmalistdaskalthierduahnstesnicht und verziehen uns schleunigst wieder in die wohltemperierten Gefilde. Wir Weicheier.

Ich muss ja ehrlich sagen, dass mich der Snow Dome nie besonders angesprochen hat, wenn ich ihn mal im Vorbeifahren von der Autobahn aus gesehen habe. Nachdem ich mir nun aber alles angucken durfte und mit Erstaunen festgestellt habe, dass in diesem Gebäude sogar Schulungsräume vorhanden sind, bin ich der Meinung, dass dieser Ort sehr angenehm ist, um dort eine längere Zeit zu verbringen. Beim nächsten Mal dann allerdings besser mit Winterjacke im Gepäck...

 

 

 

RALF SCHUMACHER KARTCENTER

Etwa drei Minuten Fußweg vom Snow Dome entfernt befindet sich das Ralf Schumacher Kartcenter, in dem man mal so richtig Gas geben kann. Dieses Kartcenter gilt als eines der modernsten in ganz Europa und hat sowohl eine Indoor- als auch eine Outdoor-Bahn.

Kartcenter-Mitarbeiterin Iris führt uns, nachdem einige aus der Truppe ein paar Runden gedreht haben, durch die komplette Anlage, die längst nicht mehr nur zum Kartfahren genutzt wird.

Auch hier befindet sich ein großer Gastronomiebereich, in dem man wahlweise den Fahrern in der Halle oder denen im Freien zugucken kann, Schulungsräume, die je nach Bedarf vergrößert oder verkleinert werden können, eine mietbare Grillhütte auf der Aussichtsterrasse und eine recht gemütliche Besucherplatform in der Halle. Dort ist man quasi direkt am Geschehen und hat einen guten Blick auf die Fahrer.

Im Keller des Gebäudes sind wir dann alle sehr überrascht über die Bowlingbahn, die nahtlos in einen sehr stimmungsvollen Bar- und Loungebereich übergeht, der wiederum an eine Cigar Lounge anschließt.

Ich persönlich finde das Kartcenter vom Einrichtungsstil her sehr geschmack- und stimmungsvoll ...allerdings eher für die Herren der Schöpfung. Meine Welt ist es nicht, dennoch fand ich es interessant, diese Institution backstage zu erleben.

 

 

 

DAS VERRÜCKTE HAUS

Wenn Ihr die alltäglichen Dinge, die einen so umgeben, mal aus einer anderen Perspektive sehen wollt, dann solltet Ihr unbedingt Das verrückte Haus besuchen! In unmittelbarer Nachbarschaft zum Snow Dome und zur Kartbahn steht es, das Haus. Auf dem Kopf. Sowohl innen als auch außen.

Mit sehr viel Liebe zum Detail wurde hier ein komplettes Haus kopfüber eingerichtet. Sämtliche Möbel und Dekogegenstände sind an der Decke verschraubt und gewähren dem Besucher so einen recht ungewöhnlichen Blick auf die Alltagsgegenstände. Da die Böden zudem noch schief sind, kann man hier lustige Fotos schießen, die dann, um 180 Grad gedreht, wirklich toll aussehen.

Äußerst ungünstig dabei ist es allerdings, wenn man - so wie ich - ein gestörtes Verhältnis zu seinem Gleichgewichtssinn hat. Wie wir von Birga Oster, die uns durchs Haus führt, erfahren, wird vielen Leuten anfangs schwummerig, wenn sie das Haus betreten und aus diesem Grund gibt es auch direkt am Eingang eine Sitzgelegenheit, die "richtig" steht.

Nun ist es aber leider so, dass ich schon auf einer Luftmatratze seekrank werde und daher das Haus leider nicht richtig geniessen konnte, da mir darin die ganze Zeit übel war. Mit dem Problem war ich allerdings nicht die Einzige in unserer Gruppe, was ich wirklich schade fand.

Empfehlen würde ich das Haus trotzdem, denn es ist einfach mal was ganz anderes und für diejenigen, denen nicht übel wird, ein Riesenspaß.

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank an Bispingen Touristik e. V., die mich zu einem actionreichen Wochenende in der Lüneburger Heide eingeladen haben. Trotzdem gilt natürlich: MEIN BLOG - MEINE MEINUNG!

 

 

 

 

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