Die 100 Seiten Reihe

Sachbücher kann man lieben oder hassen, denn egal, wie sehr man sich auch für ein Thema interessiert: Jene Bücher bringen selbiges meist sehr trocken und langatmig rüber. Der Reclam Verlag hat sich diesbezüglich etwas richtig Tolles einfallen lassen und eine Sachbuchreihe herausgebracht, die ihresgleichen sucht: Die 100 Seiten Reihe. Hierbei gibt es jeweils ein Hauptthema, bei dem auf exakt 100 Seiten auf das Wesentliche eingegangen wird. 100 Seiten, die nicht zu lang werden. 100 Seiten, bei denen die Autoren auf den Punkt kommen. Und 100 Seiten, bei denen man was lernt, da man nicht endlos mit Informationen vollgeballert wird.


100 Seiten, bei denen die Themenauswahl höchst ungewöhnlich und daher äußerst reizvoll ist. Ein paar Beispiele gefällig? - Bitteschön: Game of Thrones. Royals. Trash-TV. Vampire. Resilienz. Buddhismus. Ötzi. James Bond. Menschenrechte. Wasser. Feminismus. Die weiße Rose. Jane Austen. Mata Hari. Die 1920er Jahre. Gilmore Girls. Zen. 11. September. John F. Kennedy...... und das ist nur eine kleine Auswahl.


Nachfolgend kommen nun in alphabetischer Reihenfolge (und immer mal wieder aktualisiert) einige Kurzrezensionen von mir zu verschiedenen Themen der 100 Seiten Reihe.




M wie Mittelalter

Ach, was liebe ich historische Romane oder Filme und Serien, die in dieser Zeit angesiedelt sind. Zugegeben, meine Sicht auf diese Epoche ist durch die Fantasie diverser Autoren sicherlich verharmlost worden, denn im Mittelalter ging es ganz bestimmt nicht gerade zimperlich zu.


Thomas Frenz hat sich der Sache angenommen und schreibt auf 100 Seiten Tacheles. Da wäre zunächst die Frage zu klären, wann genau das Mittelalter eigentlich angefangen hat und wann Schluss damit war? Warum hört man so oft vom "finsteren Mittelalter"? Was hatte es mit "Ordo", der göttlichen Ordnung auf sich und warum sollte diese nicht verändert werden? Warum waren Ehen mehr geschäftlich als romantisch und warum hatte die Kirche so viel Macht? Wie funktionierte das Schulsystem und was genau war Minnedienst? War ein Ritter gleich ein Ritter? Wovon ernährte man sich eigentlich damals?


Fragen über Fragen, auf die es in diesem Buch auf 100 Seiten Antworten gibt. Einige wichtige und uns bekannte Personen dieser Epoche werden ebenfalls mit ihren familiären Verbindungen vorgestellt, so dass man sich ein lebhaftes Bild machen kann. 


Mein Fazit: Ich habe sehr viel aus diesem kurzweiligen Buch gelernt und bin tatsächlich mehr als schockiert, dass es im Mittelalter gar keine Hexenverfolgungen gab. Das war ein Spleen der Neuzeit. Ob das wohl auch die Autoren sämtlicher historischen Romane wissen?





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