Buchbesprechung: "Sie weiß von dir" von Sarah Pinborough (ab dem 17. Februar 2021 als Mini-Serie auf Netflix)

Rezensionsexemplar  


Erster Satz:

"Mich einmal in der Stunde selbst kneifen und sagen ICH BIN WACH."


"Dieses Ende dürfen Sie niemandem verraten." steht auf der Rückseite des Thrillers. Mal abgesehen davon, dass ich das sowieso niemals tun würde, habe ich mich allerdings schon gefragt, warum es hier extra erwähnt wird? Nun ist es ja so, dass es gute Enden gibt, weniger gute, überraschende, haarsträubende und völlig idiotische. Aber das sollte der Leser eben erst am Ende der Lektüre herausfinden. Wenn man den Schluss schon vorher kennt, macht das ganze Buch ja keinen Spaß mehr.

 

Und Spaß gemacht hat das Lesen dieser "ménage à trois", die dem Leser gleich zu Beginn serviert wird, zunächst auf jeden Fall. Obwohl absolut klischeebehaftet, unterhält uns die Autorin anfangs sehr gut mit ihrer Geschichte um Louise, Adele und David: Die alleinerziehende Louise (die auf dem Klappentext übrigens Louisa heißt) lernt in einer Bar David kennen. Man ist sich sympathisch, man ist betrunken - man knutscht ein wenig herum. Mehr nicht. Ein paar Tage später stellt sich heraus, dass David Louises neuer Chef ist. Beide sind zunächst peinlich berührt, gehen dann aber sehr souverän mit der Situation um. Denn natürlich ist David verheiratet und natürlich ist seine Frau Adele geradezu überirdisch schön und natürlich würde er sie niemals verlassen.

 

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Adele und Louise erzählt. Zudem gibt es immer wieder kleine Einsprengsel mit der Überschrift "Damals". In "Damals" geht es ausschließlich um Adele, die mir das ganze Buch über völlig suspekt und unsympathisch blieb. Damals ist etwas Schlimmes passiert, das Adele in eine psychiatrische Einrichtung brachte. Damals weigerte sie sich zu schlafen. Damals wurde sie von David gerettet.

 

Heute hat Louise ebenfalls Schlafprobleme, denn immer wiederkehrende Alpträume und Schlafwandeln sind alles andere als erholsam und lassen sie langsam aber sicher verzweifeln. Hilfe bekommt sie von Adele, die sie "zufällig" kennenlernt und die ihre beste Freundin wird. Ohne dass David davon weiß. Schon im Klappentext erfährt der Leser, dass das Treffen der beiden Frauen keinesfalls zufällig geschieht und dass etwas viel Schlimmeres als Eifersucht dahinter steckt.

 

So weit, so gut. Obwohl voller Klischees, lässt sich das Buch sehr angenehm lesen und ist auch wirklich spannend. Zudem hat es mir ein interessantes Thema offenbart, von dem ich vorher nie gehört hatte. Das Problem ist nur, dass dieses Thema ab dem letzten Drittel zu weit ausgeschmückt und ausgereizt wurde. Die Handlung des Thrillers verliert sich irgendwann aufgrund dieses Themas, aufgrund der Tatsache, dass die Autorin mehr weiß als der Leser. Es wird verworren und man findet mehrere Textstellen, die völlig unlogisch sind, sich dann aber durch das Ende aufklären.

 

Die große Schwachstelle des Buches ist allerdings genau das, was man niemandem verraten soll: Das Ende. Unglaubwürdig, etwas gruselig. Paranormal wäre vielleicht das richtige Wort. Für mich wirkt es jedoch völlig an den Haaren herbeigezogen und liess die Frage aufkommen, ob die Autorin das alles wirklich ernst meint? Da hat der Hinweis im Klappentext, dass man das Ende niemandem verraten soll, wirklich seine Berechtigung, denn hätte ich vorher gewusst, auf was das Ganze zusteuert, hätte ich das Buch vermutlich nicht gelesen. Denn dieses Ende ist einfach gar nicht möglich. Oder vielleicht doch?

 

Das Buch hat mich mit äußerst gemischten Gefühlen zurück gelassen. Nun jedoch wurde es von Netflix für eine Mini-Serie verfilmt. Start ist der 17. Februar 2021 und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir diese Serie auf jeden Fall ansehen werde, denn wie DAS filmisch umgesetzt wird, das will ich nun natürlich doch wissen.

 

 

 

M E I N    F A Z I T:

Obwohl das letzte Drittel mich eher enttäuscht hat und ich mit dem Ende dieses Thrillers überhaupt nicht einverstanden bin, liess sich das Buch bis dahin sehr angenehm lesen. Spannung und Gänsehautmomente waren zur Genüge vorhanden und am Schreibstil der Autorin gibt es auch nichts auszusetzen.

 

3,5 von 5 Glitzersternen

 

 

 


INFOS ZUM BUCH:

 

TITEL: Sie weiß von dir

AUTORIN: Sarah Pinborough

Verlag: Rowohlt Verlag

 

ISBN: 978- 349-927265-3

ERSCHIENEN im Januar 2017

FORMAT: Taschenbuch

SEITEN: 448

PREIS: 10,00 Euro

 

TITEL DER ORIGINALAUSGABE: Behind her Eyes

AUS DEM ENGLISCHEN VON Ulrike Thiesmeyer


OFFENLEGUNG: Dieses Exemplar von "Sie weiß von dir" wurde mir vom Rowohlt Verlag zu Rezensionszwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst weder meine Meinung bezüglich des Inhalts noch der Aufmachung dieses Thrillers. Denn wie immer gilt: MEIN BLOG - MEINE MEINUNG!


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