Tiere & Natur: Straßburg mit Hund(en) (Werbung)

 

 

Wenn es darum geht, in den Urlaub zu fahren, sind die meisten Hundebesitzer sich einig: Der Vierbeiner muss mit! Wenn es allerdings um einen Citytrip geht, scheiden sich die Geister, denn vielen Herrchen und Frauchen ist das zu stressig oder sie denken, dem Hund würde es nicht guttun. Aber warum eigentlich? Schließlich wohnen in Großstädten ja auch Hunde, oder? Außerdem gibt es dort bestimmt eine Menge mehr zu erschnüffeln als auf dem Feldweg hinter Buxtehude.

 

Fakt ist: Der Hund erlebt auf einem Citytrip ein für ihn völlig neues Duft-Potpourri, der Hundebesitzer hingegen muss zurückstecken. Darüber sollte man sich vorher im Klaren sein, denn die meisten Einkaufszentren und Museen verbieten Hunde, das abendliche Konzert oder Musical oder der Kneipen- und Discobesuch fällt ebenfalls flach.

 

Ich behaupte allerdings, dass man mit Hund mehr sieht bei einem Citytrip, da man ja unweigerlich die meiste Zeit draußen verbringt. "Einfach der Hundenase hinterher" hat uns schon an tolle Orte geführt und uns mit interessanten Leuten ins Gespräch kommen lassen.

 

 

 

 

Nachdem unsere beiden Hunde mit uns schon Stockholm, Amsterdam, Brügge, Prag, Berlin, Hamburg, Nizza, Bonifacio, usw.... unsicher gemacht haben, stand nun Straßburg auf dem Programm. Reisehummel.de hatte das komplette Rudel für drei Tage ins ates Hotel im benachbarten Kehl eingeladen ... tja, und bei der perfekten Verkehrsanbindung war es ja klar, dass wir da auch mal auf die französische Seite überwechseln würden. Wie es uns und den Hunden im Hotel gefallen hat, was man alles in Kehl unternehmen kann und wie man mit den Vierbeinern von dort aus am besten nach Straßburg gelangt, könnt Ihr übrigens *HIER* lesen.

 

Kurz zusammengefasst sei aber gesagt: Fahrt auf GAR KEINEN FALL mit dem Auto in die Innenstadt von Straßburg! Es sei denn, Ihr mögt Einbahnstraßen, Staus, endlose Parkplatzsuche und Nervenzusammenbrüche. Die Bahnanbindung hingegen ist sehr entspannend, denn vom Zentralbahnhof aus kann man alles bequem zufuß bzw. auf vier Pfoten erreichen.

 

 

 

 

Der Bahnhof an sich ist schon ein Hingucker, denn hier wurde eine riesengroße, schlauchartige Glas- und Stahlkonstruktion vor ein altes Gebäude gebaut, was dem Bahnhof von weitem das futuristische Aussehen eines Stadions verleiht. Direkt vor dem Bahnhof befindet sich eine große Grünfläche, bei der man erstmal nicht weiterkommt, da die Hunde ihre Nasen hier überhaupt nicht mehr vom Boden hochbekommen. Also vielleicht besser vorher im Bahnhof noch schnell einen Coffee to go besorgen....;-)

 

Wenn die vierbeinigen Herrschaften dann beschließen, dass es weitergehen kann, geht man am besten zunächst geradeaus die Rue du Maire Kuss hinunter und hält sich nach dem Kanal rechts....und nach etwa 10 Minuten Fußmarsch (vom Bahnhof aus) ist man im allerschönsten Viertel von Straßburg: Petite France.

 

 

 

 

Hier kommt man aus dem Staunen und Fotografieren nicht mehr heraus, denn ein Fachwerkhaus ist schöner, älter und schiefer als das andere, hinter jeder Ecke verbergen sich tolle neue Motive und ...hach... wenn man dann auch noch stilecht mit Akkordeonmusik empfangen wird (so wie wir), dann fühlt man sich ein bisschen wie in einem kitschigen Film. Und plötzlich findet man kitschige Filme ganz wunderbar.

 

Die Realität begegnet einem allerdings auch an jeder Ecke in Form von Reisegruppen (meist Asiaten, behängt mit mehreren Kameras oder fotografierend mit Tablet - Hallo Klischee!), denen ein/e völlig enthusiastische/r Reiseleiter/in vorausläuft, ein Schild in die Höhe haltend und in ein Mikrofon plärrend. Jedes Mal aufs Neue sehr interessant ist übrigens, dass Asiaten scheinbar keine Windhunde kennen, denn es ist schon sehr häufig vorgekommen, dass Lima zum Fotomodel wurde und die komplette Reisegruppe abgelenkt hat. (In Prag auf der Karlsbrücke haben wir mal ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, Geld für ein Foto mit ihr zu verlangen.)

 

Petite France ist, wie der Name schon sagt, ein kleines Viertel, trotzdem tritt man sich hier nicht gegenseitig auf die Füße. Man kann bequem mit den Hunden spazierengehen, denn eins ist uns in Straßburg sofort aufgefallen: Hier herrscht überhaupt keine Hektik! Geschiebe und Gedränge oder vorbeihastende und rücksichtslose Menschen sucht man vergeblich. Im Gegenteil, die Straßburger sind ausnehmend freundlich, immer am Lächeln und sehr extrovertiert. Und man trifft viele Hunde, die allesamt ordentlich an der Leine geführt werden. Zum Verweilen für Hund und Herrchen findet man immer wieder Grünflächen und Bänke und die Hinterlassenschaften der Hunde werden grundsätzlich pflichtbewusst weggeräumt.

 

 

 

 

Hübsche, kleine Cafés gibt es - wie auch im restlichen Straßburg - in Petite France ebenfalls überall und nur in wenigen habe ich ein Schild gesehen, das Hunden den Zutritt verwehrt.

 

Der Name "Petite France" hat übrigens abgeblich einen sehr pikanten Ursprung: Einst gab es hier im Viertel ein Krankenhaus, in dem vor etwa 500 Jahren an Syphilis erkrankte Soldaten behandelt wurden. Diese hatten sich die Seuche bei der Belagerung von Neapel eingefangen, womit bewiesen wäre, dass man in Neapel anscheinend neben Belagern auch noch Zeit für andere "Tätigkeiten" hatte. Syphilis ist weithin auch als "Französische Krankheit" bekannt, daher kam dieses bezaubernd schöne Viertel also zu seinem Namen.

...und P.S. In Frankreich heißt Syphilis übrigens "Italienische Krankheit", also hätte man auch den Namen "Little Italy" wählen können.

 

 

 

 

Manche von Euch kennen unsere Hunde schon, aber ich stelle sie hier nochmal kurz vor: Der kleine Zwergpinscher Spike wird im Februar 11 Jahre jung und kam im Alter von 9 Wochen zu mir. Kurz nach seinem dritten Geburtstag ist er aufgrund eines Gendefektes vollständig erblindet. Seine Lebensfreude hat er dennoch nie verloren und er will immer und überall dabei sein. Am Strand, auf Wiesen und Feldern kann ich ihn ohne Probleme frei laufen lassen, denn er findet dank seiner gebliebenen und verschärften Sinne seinen Weg. In einer fremden Stadt wird er schneller müde, da um ihn herum so viele Informationen auf ihn zufliegen. Aus diesem Grund gönnen wir ihm regelmäßige Pausen und tragen ihn dann in einer Schultertasche. Das funktioniert prima und ich glaube, dem Herrn gefällts.

 

Unsere Galgo Espanol Dame Lima müsste etwa 8 oder 9 Jahre alt sein. Wir kennen ihr Geburtsdatum nicht, da sie aus einer Tötung in Spanien gerettet wurde. Sie teilt das Schicksal 10tausender ihrer Artgenossen, die Jahr für Jahr nach der Jagdsaison in Spanien einfach entsorgt werden. Vor vier Jahren adoptierten wir sie und aus dem anfangs schüchternen und ängstlichen Hund ist eine begeisterte Reisebegleiterin geworden, die uns überall hin folgt - Hauptsache, ihr Rudel ist bei ihr.

 

 

 

 

Aber zurück nach Straßburg: Wenn man sich (für`s Erste) an Petite France sattgesehen hat, was ungelogen schon ein paar lohnende Stunden Zeit in Anspruch nimmt, ist das nächste "Must see" ganz klar die Kathedrale der Stadt. Praktisch ist, dass man für den Weg keinen Stadtplan braucht, da man einfach nur in Richtung der verbliebenen Turmspitze gehen muss, die weithin sichtbar ist.

 

Hat man allerdings einen Stadtplan zur Hand, empfehle ich den idyllischen Weg an der Ill entlang zu gehen und nach etwa 10 Minuten am alten Fischmarkt links abzubiegen. Schon allein bis hier hat man einige alte und schöne Brücken und Gebäude bewundern können, nun aber gelangt man direkt zum Place du Gutenberg und steht vor dem nostalgischen Karussell, das Ihr oben im Bild seht. Hier sollte man sich unbedingt die Zeit nehmen, um sich dieses Schmuckstück genauer zu betrachten, denn man findet immer wieder tolle Details.

 

Biegt man anschließend ein in die Rue Mercière, ein, klappt einem unweigerlich die Kinnlade herunter...

 

 

 

 

...denn am Ende der schmalen Gasse mit den hutzeligen Fachwerkhäusern erhebt sich die Kathedrale Notre Dame de Strasbourg. Beeindruckend!

 

Natürlich kann man mit Vierbeiner an der Seite dieses Bauwerk nicht betreten, aber man sollte sowieso außen herumgehen und die vielen vielen Details auf sich wirken lassen. Diese Kathedrale ist so reich verziert, dass es einem den Atem verschlägt!

 

Offensichtlich mochten die Bauherren oder Auftraggeber Hunde sehr gerne, denn wir haben so einige entdeckt:

 

 

 

 

Rund um die Kathedrale gibt es ebenfalls eine Menge zu sehen: Geschichtsträchtige Häuser, Museen, alteingesessene Restaurants und Confiserien..... und auch wenn man mit Vierbeinern nicht überall Zutritt hat, nimmt man eine Menge an schönen Erinnerungen mit nach Hause.

 

Zurück zum Bahnhof sind es nun etwa 20 - 25 Minuten zufuß. Wenn man zügig geht, was in dieser Stadt, in der man immer wieder etwas Neues entdeckt, aber leider kaum möglich ist.

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass ich es bisher in Begleitung der Hunde in keiner Großstadt so entspannt fand wie in Straßburg. Plant Ihr einen Citytrip mit Euren Fellnasen, spreche ich eine unbedingte Empfehlung für diese wunderschöne Stadt im Elsass aus!

 

 

 

Mein herzlicher Dank geht an Reisehummel.de, die mich zu diesen wunderbaren drei Tagen an Rhein und Ill einluden. Trotzdem gilt natürlich: MEIN BLOG - MEINE MEINUNG!

 

 

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